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Kleintierpraxis
Pauline Gunther und Barbara Born

Elbstraße 13
25541 Brunsbüttel

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Was ist Toxoplasmose?
Toxoplasmose ist eine Krankheit, die durch einen Einzeller, das sogenannte Toxoplasma gondii, ausgelöst wird. Die Erkrankung betrifft Feliden (also Katzen und Katzenartige) als Hauptwirt und zahlreiche Säugetiere (Schwein, Mensch, Schaf, Rind, Hund ...) und Vögel als Zwischenwirte.

Wer kann sich wie infizieren?
Zur Infektion (von Katzen und Zwischenwirten, also z.B.: Menschen) kommt es durch orale Aufnahme von rohem oder unvollständig gegartem Fleisch sowie von mindestens drei Tage altem feuchtem Katzenkot.

Nur eine Katze, die rohes Fleisch, Vögel oder Mäuse frißt oder sich mit Katzenkot verunreinigt (also frei lebt) kann sich mit Toxoplasmosa gondii infizieren. Beim Endwirt, also der Katze ist der Verdauungstrakt mit dem Erreger befallen und die Katze scheidet Kot aus, der nach 2-3 Tagen infektiös wird. Frischer Kot ist ungefährlich! Der bloße Kontakt mit einer Katze stellt keine Infektionsgefahr dar. Kotparasitologische und serologische Untersuchungen einer Katze sind nur im positiven Fall beweisend! Negative Ergebnisse sind nur "fast sicher".

Anders sieht es bei den Zwischenwirten aus. Hier ist der Kot zu keiner Zeit gefährlich und der Erreger findet sich nur im Gewebe wieder.

Wer ist infiziert?
Während ein großer Teil der deutschen Katzen schon einmal Kontakt mit dem Erreger hatte und sich im Blut Antikörper nachweisen lassen, scheiden nur ein sehr kleiner Prozentsatz wirklich Oozysten, also Erreger im Vermehrungstadium aus. Experten warnen allerdings davor, daß Hunde, die Katzenkot gefressen haben, durch Ablecken des Menschen eine Infektionsquelle darstellen. Hier sollten gefährdete Personen (näheres s.u.) die nötige Hygiene walten lassen.

Die Infektion verläuft bei der Katze meist unauffällig, gelegentlich mit Durchfall, selten systemisch und tödlich. Die Ausscheidung mit dem Kot beginnt zwischen 3. und 24. Tag nach Infektion und dauert 1-15 Tage. Ein Wiederaufflammen der Ausscheidung ist unter Umständen bis zu einem Jahr nach Infektion möglich.

Der Mensch erkrankt nicht, aber es kann bei Schwangeren, die zuvor noch keinen Kontakt mit Toxoplasma gondii hatten, im 1. und 2. Drittel der Schwangerschaft zu einer Infektion des Fetus kommen und in der Folge zu Abort, Gehirnschäden bei Neugeborenen oder (in den meisten Fällen) zu Spätfolgen mit Erblindung bis zum 2. Lebensjahr. Ist es zu einer Erstinfektion in der Schwangerschaft gekommen, so ist eine Chemotherapie möglich, wenn die Erkrankung schnell genug erkannt wird.

Wie kann eine Infektion vermieden werden?
Es gibt mehrere Möglichkeiten zum Kontakt mit infektiösen Toxoplasmastadien.

Durch Beachtung einfacher Richtlinien kann eine Ansteckung vermieden werden:

- Seronegative Schwangere sollten jedenfalls kein rohes oder nicht durchgegartes Fleisch essen (keine Mettbrötchen...).
- Nach der Zubereitung von Fleisch noch vor anderen Arbeiten: Hände waschen nicht vergessen!
- Alltägliche Hygienegrundsätze sind unbedingt zu beachten (Straßen- und Gartenschmutz, Obst und Gemüse waschen. Auch andere Leute halten Katzen!)
- Eine Katze die seit Jahren ausschließlich in der Wohnung lebt, kein rohes Fleisch frißt und kotparasitologisch sowie serologisch negativ ist, kommt als Infektionsquelle nicht in Frage.
- Lebt eine Katze im Haushalt, die bedenklich ist (weil sie tatsächlich (parasitologisch positiv) oder möglicherweise (serologisch positiv oder aufgrund ihrer Freß- und Lebensgewohnheiten) verdächtigt wird, so muß deren Katzenkiste täglich mit heißem Wasser gereinigt werden. Dies sollte nicht von der Schwangeren selber durchgeführt werden.
- Eine bedenkliche Katze kann versuchsweise durch den Tierarzt behandelt werden, keinesfalls aber mit Humanpräparaten (für Tiere toxisch und teratogen!)
- Die Oocystenausscheidung mit dem Kot kann mit Medikamenten zuverlässig unterdrückt werden, sodaß die Katze als unbedenklich gelten kann.
- Eine verläßliche Schutzimpfung für Mensch oder Tier ist nicht bekannt.
- Eine vorsorgliche Infektion mit Toxoplasmen vor einer Schwangerschaft ist nicht zu empfehlen, da die Erreger dadurch im Körper eingelagert werden und sich im Falle einer Immunschwäche (AIDS, massive Immunsuppression z.B. bei Transplantation) im ganzen Organismus ausbreiten könnten.