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Kleintierpraxis
Pauline Gunther und Barbara Born

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25541 Brunsbüttel

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Als Mammatumore werden sämtliche gutartige und bösartige Tumore im Gesäuge bezeichnet. Beim Hund überwiegt bei weitem die bösartige Form, der Brustkrebs.

Das Risiko einer unkastrierten Hündin, an Mammatumoren zu erkranken, wird in der Fachwelt unterschiedlich eingeschätzt. Während eine kürzlich durchgeführte und noch nicht durch weitere Veröffentlichungen unterstützte Untersuchung dieses Risiko mit maximal 2 Prozent sehr niedrig ansetzt, sind viele langjährige Praktiker (auch ich) der Meinung, dass durch diese Angabe das Problem massiv unterschätzt wird. Hier wird eine weitere Klärung abzuwarten sein.

Fest steht jedoch, dass durch eine frühzeitige Kastration der Hündin die Entstehung von Mammatumoren vollständig bzw. größtenteils verhindert werden kann. Bei einer Kastration vor der ersten Läufigkeit (Frühkastration) ist das Risiko der Tumorentstehung gleich Null, zwischen erster und zweiter Läufigkeit immer noch um etwa 93 Prozent vermindert. Nach der dritten Läufigkeit dagegen ist kein prophylaktischer Effekt mehr feststellbar. Auch hat die Kastration nach dem Auftreten von Gesäugetumoren wohl keinen Einfluss mehr auf deren weitere Entwicklung und/oder Metastasierung.

Mamatumoren sind beim Hund eine sehr häufige Todesursache. Aus einem kleinen, harmlos anmutenden Knötchen kann sich plötzlich und auch wenn der Knoten bislang jahrelang unauffällig war, ein großes Geschwür bilden. Kleine wie große Tumoren können ihre bösartigen Metastasen durch die Blut- und Lymphbahn im ganzen Körper, bevorzugt in der Lunge, verteilen.

Meist ist eine chirurgische Entfernung des betroffenen Gesäugekomplexes, ggf. auch der Nachbarkomplexe bzw. der ganzen Milchleiste unumgänglich. Eine Nachbehandlung mit diversen homöopatischen und anderen Mitteln kann helfen, Rezidive und Metastasen zu verhindern.

Aus dem ganzheitlichen Bereich hat der norwegische Tierarzt Are Thoresen von sich reden gemacht, indem er insbesondere aggressive Mamatumore sehr erfolgreich mit Akupunktur behandelt.

Fakt ist, daß jeder noch so kleine Knoten von einem Tierarzt untersucht werden sollte und dann zusammen mit dem Besitzer eine optimale Behandlungsstrategie für dieses Tier festgelegt werden muß. Abwarten und zusehen, ob der Knoten wächst, ist nicht ratsam. Keine Frau, die einen Knoten in ihrer Brust entdeckt, würde dies mit ruhigem Gewissen tun. Warum also diese Strategie für das Tier anwenden?